Inhalt

Für soziale Gerechtigkeit demonstriert

Maikundgebungen in Essen und Oberhausen

01.05.2017 I „Wir sind viele. Wir sind eins“ , so lautet in diesem Jahr das Maimotto. Unter diesem Motto zogen in Oberhausen die Demonstranten zum Ebertplatz und in Essen zum Burgplatz. Doch einer war dabei, den keiner wollte.

Demonstrationszug in Essen

Mehr Teilnehmer als sonst üblich zeigten in Essen Flagge und beteiligten sich am Demonstrationszug. Gründe können vielfältig sein, doch in diesem Jahr ist vieles anders – die Welt hat sich verändert seit dem vergangenen „Tag der Arbeit“: der Brexit, die Wahl Trumps, Erfolge rechtspopulistischer Parteien und Terroranschläge in europäischen Städten. Da stehen die Gewerkschafter und viele politisch Parteien wieder zusammen und beteiligen sich an den Maikundgebungen.

Weit abgeschlagen und eingerahmt in Gegendemonstranten
Doch für einen gab es eher einen frostigen Empfang. Guido Reil, Landtagskandidat der AFD, ließ sich nicht abhalten, an der Maikundgebung teilzunehmen. Eine Protestgruppe schirmte ihn ab und ließ ihn 100 Meter hinter dem Demonstrationszug laufen, eingekesselt in Schilder: No AFD. Dieter Hillebrand, DGB-Stadtverbandsvorsitzender, hatte es in der Presse bereits angekündigt, dass er nicht erwünscht sei. GewerkschafterInnen engagieren sich jeden Tag für Demokratie, für Menschenwürde, soziale Gerechtigkeit und Weltoffenheit und geben Rechtspopulisten keinen Raum, so Hillebrand in seiner Begrüßungsansprache.

vl: OB Thomas Kufen, Dieter Hillebrand, DGB, Michael Vassiliadis, IG BCE

Der IG BCE-Vorsitzende, Michael Vassiliadis, Mairedner in Essen, betont: „Vielfalt und Einigkeit sind die Stärke der Gewerkschaften. Darauf basieren unsere bisherigen Erfolge, darauf setzen wir auch in Zukunft: Wir sind viele, wir sind eins, und wir demonstrieren gemeinsam für mehr soziale Gerechtigkeit, für bessere Arbeitsbedingungen, für ein Leben in Würde auch im Alter und gute Bildung für alle.“

Bunt und schrill: Die IG Metall-Jugend

Die IG Metall Jugend in Oberhausen setzte einen Bollerwagen mit Musikanlage ein, um bunt und Schrill für mehr Gerechtigkeit und Fairness zu werben. Viele junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind heute schlechter dran als vor dem Ausbruch der Finanzkrise 2009. Die Jugend fordert faire Chancen und ein angemessenes Einkommen zu Leben.

Schlüter: Mehr für die Industriepolitik einsetzen

Hauptredner in Oberhausen war Jörg Schlüter, komm. Bevollmächtigter der IG Metall Oberhausen. Schlüter zeigte in seiner Rede noch einmal auf, wie viele Industriearbeitsplätze bereits in Oberhausen verloren gegangen seien und forderte von der Politik ein größeres Engagement für den Erhalt industrieller Arbeitsplätze.



Fotos: Markus Ernst, Chris Günther, Alfons Rüther, Bericht: Alfons Rüther