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Rettung nicht gelungen

Eickhoff in Mülheim schließt

28.07.2017 I Der in die Insolvenz geratene Industrieanlagenbauer, Eickhoff im Hafengebiet in Mülheim, schließt zum 31.7.2017 endgültig die Tore. Nur eine Teilrettung gelang.

Ein Drittel der knapp 100 Arbeitsplätze konnten gesichert werden. Eine Firma in Köln-Pulheim übernimmt die Montagekräfte. Durch einen Betriebsübergang werden die Arbeitnehmerrechte und Beschäftigungszeiten gesichert. Eine durchaus interessante Perspektive, bewertet der Betriebsrat den Betriebsübergang, denn die Beschäftigten können an ihren Einsatzorten weiter arbeiten. Sie wechseln sogar zu einem Betrieb mit Betriebsrat und Tarifbindung.

Eickhoff-Gebäude in Mülheim an der Ruhr

Auf eine ebenso gute Zukunft können die 60 Beschäftigten im Anlagenbau nicht blicken. Insolvenzverwalter Hammes aus Duisburg konnte für diesen Betriebsteil keinen Investor finden. Sie erhalten bereits zum 31.7.2017 die Kündigung. Einige waren bereits unwiderruflich freigestellt. Mangels Masse bedeutet das für die Betroffenen, dass Sie sofort Arbeitslosengeld beziehen, bedauert Betriebsratsvorsitzender Frank Driesen.

Ein Interessenausgleich und Sozialplan wurde zwischen Betriebsrat und Insolvenzverwalter vereinbart. Ob die Betroffenen jemals davon profitieren, bleibt abzuwarten. Es wurde viel Geld verbrannt, beklagt die Belegschaft. Die Insolvenz ist aus Sicht des Betriebsrats maßgeblich auf Managementfehler zurück zu führen. Im Maschinen- und Anlagenbau besteht Hochkonjunktur. In einer solchen Zeit einen Betrieb vor die Wand zu fahren, ist schon ein Paradebeispiel für Missmanagement, beklagt Driesen.

Bericht: Alfons Rüther, IG Metall Essen

Foto: Frank Driesen, Betriebsratsvorsitzender