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Auszahlung scheitert an einer Erklärung

Ehemalige Hirsch-Beschäftigte warten immer noch auf ihr Geld

03.08.2017 I Als schwarzer Mann verkleidet überbrachten heute ehemalige Hirsch-Beschäftigte dem Straßenbauunternehmer Kriesten einen offenen Brief. Im Brief fordern sie vom Straßenbauer aus Überruhr, eine schuldrechtliche Erklärung mit dem Insolvenzverwalter Christian Niering zu vereinbaren.

Die Erklärung fehlt noch, damit die Löhne für August und September 2016 ausgezahlt werden können.

Kriesten war 2015 Gesellschafter der Hirsch-Rohrleitungsbau, die 2015 Insolvenz anmelden musste. Kriesten ist Geschäftsführer eines Straßenbauunternehmens und konnte über diese Firma die Aufträge mit den Stadtwerken fortführen. Ihm gelang es sogar im Herbst 2016, einen dreijährigen Auftrag mit den Stadtwerken zu vereinbaren.

Die Beschäftigten der Hirsch Rohrleitungsbau waren motiviert und hofften, dass Kriesten mit der Auftragszusage auch die Firma Hirsch aus der Insolvenz zurück führt und die Arbeitsplätze rettet. Dafür arbeiteten sie im August und September 2016, ohne dafür sofort bezahlt zu werden. Als die Belegschaft Anfang Oktober 2016 eine Zusage von Kriesten zur Firmenübernahme einforderte, zog dieser plötzlich zurück. Das Aus der Firma war die Folge.

IG Metall und Hirsch-Beschäftigte überbringen Straßenbauer Kristen einen Brief

Die Beschäftigten klagten ihre Löhne ein. Insolvenzverwalter Niering sicherte in einem Vergleich zu, die Ansprüche in die Masseverbindlichkeit aufzunehmen und sofort auszuzahlen, wenn die Stadtwerke die Aufträge abrechnen. Da Kriesten der Auftragsnehmer mit den Stadtwerken ist, muss er sich mit dem Insolvenzverwalter im Rahmen einer schuldrechtlichen Vereinbarung erklären, um die Zahlungen frei zu geben.

Die IG Metall reklamiert die fehlende Einigung zwischen Insolvenzverwalter und dem Straßenbauer Kriesten. Der Streit wird auf dem Rücken der Belegschaft ausgetragen, beklagt Alfons Rüther, IG Metall-Sekretär. Kommt es zu einer Klage, müssten die Beschäftigten vielleicht Jahre warten, bis die Zahlungen freigegeben werden. Das will die IG Metall nicht hinnehmen und fordert beide zu Verhandlungen über die schuldrechtliche Erklärung auf. Sollte es noch Streitpunkte geben, so sollen die Parteien diese durch ein Mediationsverfahren ausräumen. Das geht schnell und effektiv, erklärt Rüther. Dr. Niering versicherte der IG Metall, dass er an den Verhandlungstisch will, um möglichst schnell die Ansprüche zu erfüllen. Nun liegt der Ball auf der Seite von Kriesten.

Die Übergabe des offenen Briefes erfolgte in schwarzer Kleidung. Aus früheren Generationen sollten solche Gestalten Angst bei Kindern einflößen. Gleichermaßen steht die schwarze Kleidung auch für Trauer, den die Hirsch Beschäftigten ausdrücken, weil sie den größten Schaden aus dem Streit erleiden müssen.

Bericht: Alfons Rüther, IG Metall Essen