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Oberhausen, „Die Wiege der Ruhrindustrie“ kommt nicht zur Ruhe.

GHH-Beschäftigte fordern Alternativen

19.03.2018 I Mit einem Federstrich soll die Existenzgrundlage von 314 Beschäftigten der GHH Rand in Oberhausen zerstört werden, beklagt Jörg Schlüter, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Oberhausen. Am Samstag folgten bei eisigem Wetter mehr als 300 Teilnehmer dem Aufruf der IG Metall zu einer Solidaritätskundgebung zum Erhalt der Arbeitsplätze bei der GHH Rand in Oberhausen.

Das ist eine eindrucksvolle Demonstration vom Tor 6 bis zum technischen Rathaus, berichtet Marvin Adler, Jugend- und Auszubildendenvertreter der GHH Rand. Adler hat seit dem 23. Januar Angst um seine Zukunft. An diesem Tag verkündete Todd D. Weymann die Schließung des Werkes in Oberhausen. Adler: "Das hat mir den Boden unter den Füßen weggerissen, und meine Visionen nach einem sicheren Job zerstört."

Oberbürgermeister Schranz demonstrierte mit und beklagte in seinem Grußwort die weitere Schwächung des Industriestandorts Oberhausen. Landtagsabgeordneter Zimkeit, SPD, will die Schließung im Landtag thematisieren.

Des weiteren wurde den Kolleginnen und Kollegen durch eine Solidaritätserklärung von Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit und Soziales in NRW der Rücken gestärkt. Laumann appellierte an die Geschäftsführung: "Man muss nicht Betriebswirt sein, um zu erkennen, dass ein Unternehmen das schwarze Zahlen schreibt und eine Belegschaft hat, die gute Arbeit leistet, eine Zukunft verdient. Treten Sie in Gespräche mit der Belegschaft und dem Betriebsrat ein, um eine kluge Lösung für den Standort und für die Beschäftigten zu finden."

Durch die große Unterstützung der Politik wird sichtbar, wie viel dieses Traditionsunternehmen für die Region bedeutet. IG Metall Gewerkschaftssekretär, Günther: "Es war wichtig, an diesem Tag ein Zeichen zusammen mit den Beschäftigten, ihren Familien und Freunden zu setzen. Wir brauchen die breite Unterstützung von den Bürgerinnen und Bürgern sowie der Politik, um hier für die Menschen einzustehen".

Der 1.Bevollmächtigte IG Metall Oberhausen, Schlüter sagte: "Die Entscheidung von Ingersoll liegt offensichtlich ganz auf der Linie von Donald Trump. Mit der America-First-Politik fördert Trump die Profite der amerikanischen Konzerne, denen er mit Steuersenkungen und Strafzöllen den Weg bahnen will. Und das geht auf Kosten unserer Arbeitsplätze", kritisiert Schlüter. Schlüter hält die Politik für den falschen Weg, unter den am Ende auch amerikanische Arbeitnehmer leiden werden. Schlüter setzt auf Unterstützung der Politik, um diesen politische und ökonomische Irrsinn zu stoppen. Schlüter fordert von der Politik im Land, im Bund und in Europa ein klares Bekenntnis in Wort und Tat für den Erhalt unserer Industrie- Arbeitsplätze".

Bericht und Fotos: Chris Günther, IG Metall Oberhausen