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Apfel und Ei reichen nicht

IT-Beschäftigte ringen um Tarifabschluss

10.04.2018 I Mit einem Apfel und einem Ei empfingen die IG Metall-Vertrauensleute die Teilnehmer zur Betriebsversammlung bei Atos in Essen. Klare Botschaft: Sie wollen mehr.

100 € Einmalzahlung im April und 4,3 % ab Mai steht den Beschäftigten bei Atos und Unify zu. Der IT-Rahmentarifvertrag ist an die Tarifabschlüsse der Metall- und Elektroindustrie gebunden, wenn der Arbeitgeber nicht innerhalb von zwei Wochen widerruft. Doch schon zwei Mal hat er den Termin aufgeschoben.

Empfang durch die IG Metall-Vertrauensleute mit einem Apfel und Ei
Eine sehr schwierige Situation, erklärt Martin Hüppe, Sprecher der IG Metall-Vertrauensleute. Der Tarifabschluss der Metall- und Elektroindustrie beinhaltet ja mehr als die 4,3 % Tariferhöhung. Im nächsten Jahr erhalten die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie ein Zusatzgeld von 27,3 % einer Monatsvergütung. Würde um das Zusatzgeld gestritten, wäre es für Hüppe verständlich. Doch das ist erst einmal nicht Verhandlungsgegenstand, denn der Arbeitgeber sträubt sich sogar, die Tabellenerhöhung von 4,3 % umzusetzen.

Nicht ausreichend und nicht ernst genommen vom Arbeitgeber fühlen sich die Beschäftigten bei Atos
Die letzte Chance auf eine Einigung zwischen IG Metall und Atos besteht am Donnerstag. Gibt es dann keine Übernahme zur Erhöhung der Monatsentgelte, stehen die Zeichen auf Warnstreik, so Alfons Rüther, IG Metall Essen. Die Friedenspflicht endet bereits diesen Freitag, so dass schon nächste Woche erste Arbeitsniederlegungen bei Atos und Unify folgen könnten. Bei Atos und Unify sind noch 10.000 Arbeitnehmer beschäftigt, allein in Essen über 600.

Bericht und Fotos: Alfons Rüther, IG Metall Essen