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Das Maimotto: Solidarität-Vielfalt-Gerechtigkeit aus der Ruhrgebietsperspektive

Das Ruhrgebiet konnte sich durch Vielfalt entwickeln und nicht durch Ausgrenzung

01.05.2018 I Die Maikundgebung in Essen setzt ein deutliches Zeichen gegen rechte Gruppen und Parolen. Die Wirtschaftskraft im Ruhrgebiet ist durch Vielfalt und Integration entstanden. Mairednerin Hannack, DGB-Kreisvorsitzender Hillebrand und Oberbürgermeister Kufen riefen zum Miteinander auf.

Essen: Die Maikundgebung verlief friedlich und bunt, wie es sich die DGB-Gewerkschaften gewünscht hatten. Die AFD und ihr "Arbeiterführer Guido Reil", die über Facebook zahlreich zur Teilnahme an der DGB-Maikundgebung in Essen aufriefen, scheiterte an Anti-AFD-Demonstranten, die Reil abdrängten. Reil konnte nur von rechts außen die Demonstration an sich vorbei ziehen lassen.

Der Demonstrationszug in Essen angeführt von Dieter Hillebrand, DGB Stadtverband, Elke Hannack, DGB-Bundesvorstand, Markus Ernst, IG Metall Essen und Ralf Kurtz, 2. Bevollmächtigter der IG Metall.

Dieter Hillebrand, DGB Kreisvorsitzender Essen, hatte im Vorfeld die Aufrufe der AFD als scheinheilige Arbeitnehmerpolitik kritisiert. Rechtspopulismus habe in den Gewerkschaften keinen Platz, mahnte Hillebrand und erinnerte an den 2. Mai 1933, in dem die NSDAP die Gewerkschaftshäuser stürmten. Soweit darf es nicht mehr kommen, rief Hillebrand den Kundgebungsteilnehmern zu und forderte in den Betrieben und auf der Straße mehr Engagement für die Integration von Flüchtlingen.

Zu Besuch am IG Metall-Stand: Nicole Waschulewski, DGB-Landesbezirk NRW, Ralf Kurtz, 2. Bevollmächtigter, Oberbürgermeister Thomas Kufen, Markus Ernst, IG Metall Essen, Dieter Hillebrand, DGB Stadtverband Essen, Elke Hannack, DGB-Bundesvorstand.

Oberbürgermeister Thomas Kufen brachte es in seinem Grußwort auf den Punkt. "Wir waren alle einmal Gäste in der Stadt oder unserem Land und sind durch Integration heimisch geworden." Das Ruhrgebiet sei geprägt von Vielfalt und Integration der Fremden, sonst wäre seine Wirtschaftskraft nie entstanden, so Kufen.

Maikundgebung in Essen

Elke Hannack, stellvertretende Bundesvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, hielt in Essen das Hauptreferat. Hannack kritisierte die Bundesregierung, dass sie Minijobs als Einnahmequelle ausbauen möchte. "Noch verdienen Frauen über 21 % im Durchschnitt weniger als Männer", so Hannack, "und jedes Minijob-Programm ist gleichstellungspolitisch ein Desaster, denn die meisten Minijobs werden von Frauen ausgeübt."

Die DGB-Jugend fordert ein Azubi-Ticket für den ÖPNV. Sie orientiert ihre Forderung am Semesterticket für Studenten und am Schoko-Ticket für Schülerinnen und Schüler.
Hannack wies auch die Bestrebungen zur Änderung des Arbeitszeitgesetzes zurück. "Die Gewerkschaften sind bereit, über Änderungen im Rahmen der Digitalisierung zu reden. Doch der acht-Stunden-Tag sei aus Sicht der DGB-Gewerkschaften unantastbar. Dafür haben die Gewerkschaften viele Jahrzehnte gekämpft."

Hannack forderte einen Mindestlohn für Auszubildende. Es sei aus ihrer Sicht nicht hinnehmbar, wenn jeder zweite Auszubilden im Friseurhandwerk die Ausbildung abbricht, weil sie keine Perspektive im Beruf sehe. Dieses schade den jungen Menschen wie den Arbeitgebern ebenso.

Bericht und Fotos: Alfons Rüther, IG Metall Essen