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Debattenpapier beschreibt politische Zukunft

Delegiertenversammlung MEO: Mitmischen - Einmischen - die Zukunft gestalten

22.02.2019 I IG Metall MEO: Die IG Metall hat die Aufgabe, die wirtschaftlichen, sozialen, beruflichen und kulturellen Interessen der Mitglieder zu fördern. Wie das geht und wohin die Organisation steuern will, erfuhren die Delegierten der IG Metall MEO in der achten Delegiertenversammlung am 20. Februar in Mülheim.

Einmal im Quartal treten die Delegierten der IG Metall MEO zusammen und gestalten die Zukunft der lokalen Gewerkschaftsarbeit. Am 20. Februar war der Blick über die gesamte IG Metall gewünscht, den Ralf Kutzner, IG Metall Vorstandsmitglied, bat um kritische Beiträge zur künftigen Ausrichtung der größten Einzelgewerkschaft Europas.

Ralf Kutzner, IG Metall Vorstandsmitglied
Kutzner gibt sich selbstkritisch. Bis zum Gewerkschaftstag im November will die IG Metall möglichst viele Meinungen und Stimmungen ihrer Mitglieder einfangen, damit die Zukunftsthemen auch wirklich von und für die Mitglieder gesetzt werden. Dafür hat der IG Metall-Vorstand ein Debattenpapier erstellt, um mit den Mitgliedern in den Dialog zu treten. "Wichtig ist," so Kutzner, "dass wir den Nerv der Mitglieder mit unseren Handlungsfeldern treffen".

Demokratie sei der IG Metall in den letzten drei Jahren gelungen, äußert Kutzner. "Besonders das letzte Kalenderjahr hat der IG Metall einen echten Schub gegeben. Der Tarifvertrag der Metall-Elektroindustrie brache die Wahlmöglichkeit zwischen Geld und freien Tagen. Das ist der Leittarifvertrag für andere Branchen. Auch im letzten Jahr konnte die IG Metall wieder ein Mitgliederwachstum verzeichnen. Im November wird es einen Gewerkschaftstag mit 500 Delegierten geben, die dann die politischen Weichen für die kommenden vier Jahre stellen werden."

Delegierte diskutieren über das Debattenpapier und schreiben ihre Anmerkungen und Ideen auf die Wandzeitungen

Kutzner benennt in seiner Rede zu den Delegierten die Kernthemen der IG Metall. "Die Globalisierung wird zur Herausforderung für die Beschäftigten und die Gewerkschaften," so Kutzner. Die IG Metall bezeichnet den Prozess als Transformationsprozess und will ihn aktiv gestalten. Die IG Metall will erreichen, dass die Interessen der Beschäftigten im Mittelpunkt stehen und nicht die Technik die Vorherrschaft gewinnt. Digitalisierung ermöglicht eine umfassende Kontrolle. Hier entstehen Aufgaben für die IG Metall und Betriebsräte, dass die Selbstbestimmtheit der Beschäftigten gewährleistet wird. Fortschreitende Digitalisierung verändert die Arbeitswelt, von der Schichtarbeit bis zum Homeoffice werden sich die Arbeitsbedingungen und Ansprüche ändern. Die heutigen Tarifverträge benötigen eine ständige Anpassung, damit nicht die Arbeitsbedingungen künftig von den Arbeitgebern allein bestimmt werden.

Die IG Metall will einen Mix beim Verkehr empfehlen. Das Elektroauto wird nicht alle Bedürfnisse der Beförderung erfüllen. Die Weiterentwicklung des Verbrennungsmotors und auch des modernen Diesels fordert die IG Metall, denn nicht alle Ansprüche können durch Elektroantrieb in naher Zukunft erfüllt werden.

Hauptaugenmerk erfährt der Abbau von prekärer Beschäftigung. Junge Menschen werden trotz Facharbeitermangel immer noch in großem Maße befristet oder in Leiharbeit beschäftigt. Befristete Beschäftigung macht aus gewerkschaftlicher Sicht keinen Sinn.

Delegierte diskutieren über die Zukunftsthemen der IG Metall
Die IG Metall wehrt sich gegen die Bedürftigkeitsprüfung bei der gesetzlichen Rente. Die Rente ist der Lohn für eine Lebensleistung und darf nicht nach der Lebenssituation bemessen werden. Das betrachtet die IG Metall eine Umkehr des Generationenvertrags.

Die Delegierten diskutierten intensiv, denn jeder setzt seine Schwerpunkte. Damit alles erfasst wird und dann alle Meinungen zum Gewerkschaftstag vorliegen, werden die Argumente auf Informationswänden erfasst. Bis November soll es dann ein Debattenpapier werden, in welchem die Kernthemen der Mitglieder im Vordergrund stehen.

Kutzner: "Auch eine große Organisation kann Demokratie organisieren. Daran werden uns die Mitglieder messen."

Das Debattenpapier mit den Anmerkungen der Delegierten gibt es hier (ZIP-Datei)

Text und Bilder: Alfons Rüther, IG Metall Essen