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IG Metall und Betriebsrat im Dialog mit NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart

Wir brauchen eine Strategie der Energieversorgung im Land«

11.09.2019 I MHPS Europe GmbH - IG-Metall-Vorstand, Wolfgang Lemb, fordern verlässliche Rahmenbedingungen bei Energiewende und Nachbesserung beim Strukturstärkungsgesetz

Duisburg, 4. September 2019. Wolfgang Lemb, als geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall für Energiepolitik zuständig, fordert von der Bundesregierung endlich verlässliche Rahmenbedingungen bei der Energiewende ein. Die IG Metall begrüßt, dass diese nun einen ersten konkreten Schritt zur Umsetzung der Empfehlungen der „Kohlekommission“ beschlossen hat und damit erste Teile der Finanzierung der Strukturentwicklung sicherstellt. Hier muss aber die Finanzierung sichergestellt und hinsichtlich der Beteiligung der Gewerkschaften nachgebessert werden. Lemb diskutiert heute im Rahmen einer Betriebsversammlung beim Energieanlagenbauer Mitsubishi Hitachi Power Systems Europe GmbH in Duisburg mit NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart, mit Geschäftsführer Bohner und Betriebsratschef Pollack über neue Technologiefelder und die Zukunft der Branche, in der in Deutschland noch rund 50 000 Beschäftigte direkt und 100.000 bei den Zulieferern arbeiten.

Dem Energieanlagenbau fällt beim Umbau des Energieversorgungssystems als Technologielieferant für die Energiewende eine Schlüsselrolle zu. Hierzu gehören die Fähigkeiten hochflexible klima- und umweltschonende Kraftwerke zu entwickeln und zu bauen, bestehende Kraftwerke im Hinblick auf ihre Effizienz weiterzuentwickeln und die Fähigkeit Innovationen in den Bereichen Speichertechnologie, Sektorenkopplung und intelligente Netze zu fördern.

Für ein hochentwickeltes Industrieland wie Deutschland hat eine zuverlässige Versorgung mit Energie zu wettbewerbsfähigen Kosten einen zentralen Stellenwert. Versorgungssicherheit ist die Grundlage für Produktion, Innovation und Entwicklung in der gesamten deutschen Industrie. Der Erhalt der Technologieführerschaft des deutschen Energieanlagenbaus bis 2030 und darüber hinaus wird nur gelingen, wenn wir Kernkompetenzen und Beschäftigung über die gesamte Wertschöpfungskette in Deutschland erhalten.

Dafür müssen langfristig stabile politische Rahmenbedingungen und Planungssicherheit für die Betreiber thermischer Kraftwerke geschaffen und die notwendigen Investitionsimpulse gesetzt werden. Unter der Berücksichtigung der Planungszeiten und Bauzeiten sind Entscheidungen lange überfällig.

Nach der 2018 veröffentlichten BDI-Studie „Klimapfade für Deutschland“ sind Neuinvestitionen in moderne und flexible Kraftwerke eine zentrale Bedingung für das Erreichen unserer Klimaziele. Dabei kommt insbesondere neu errichteten Gaskraftwerken als Spitzenlast- und Backup-Kraftwerke für die Versorgungssicherheit und Netzstabilität eine zentrale Rolle zu. Die Studie geht davon aus, dass bis 2040 eine Verdoppelung der heute bestehenden Gaskraftwerksleistung in Deutschland notwendig ist. Gefragt sind zudem die Förderung von Forschungsprojekten und intelligente Systemlösungen mit denen die Sektorenkopplung von erneuerbarer Technologie und flexibler und hocheffizienter konventioneller Kraftwerke, sowie von Speichern und Netzen gemeinsam entwickelt und ermöglicht werden.

Wolfgang Lemb sieht in Investitionen in die Energiewende große Chancen, wenn Forschung, Produktion und Anwendung gleichermaßen entwickelt werden. „In jedem Fall gilt, ohne Industriearbeitsplätze wird es deutlich weniger Kaufkraft in den Regionen geben, was sich insbesondere auf Infrastruktur, Handel und Handwerk auswirken wird, - deshalb ist für mich die Verbindung von Strukturwandel, Industrie- und Innovationspolitik so wesentlich!“

Bericht: Mike Schürg, IG Metall Bezirk NRW