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Zukunftstarifvertrag der IG Metall trägt zum Erhalt von Kennametal-Widia bei

08.01.2020 I Gestern teilte der Kennametal Konzern mit, dass der Standort Wida in Essen erhalten bleibt. Er hatte im Sommer 2019 bekannt gegeben, den Fertigungsbetrieb zum 30.09.2020 zu schließen.

Zum Erhalt des Standorts trägt auch ein Zukunftstarifvertrag bei, in welchem die IG Metall Zugeständnisse sowohl bei der Arbeitszeitflexibilität als auch beim Prämiensystem einbrachte. Im Gegenzug erhalten die verbleibenden Beschäftigten eine Standortsicherung zunächst bis 30.6.2022 mit Verlängerungsoption, wenn der nicht einseitig gekündigt wird, erklärt Wencke Hartjes, Gewerkschaftssekretärin der IG Metall MEO.

Gerade das Zusammenwirken der verschiedenen Bereiche macht die hohe Kompetenz der Mitarbeiter aus. „Umgetrieben hat uns die Frage: Wie halten wir Kompetenzen in unserer Region und wie können sie weiterhin genutzt werden zudem sogar ausgebaut werden?“, sagt Jörg Schlüter 1. Bevollmächtigter der IG Metall in der Region MEO.

In den Verhandlungen musste dennoch ein erheblicher Personalabbau hingenommen werden. Planungen von Produktverlagerungen an die chinesischen Standorte des Konzerns, konnten nicht verhindert werden. Zudem finden in den Bereichen Automatisierungsprozesse statt. Im ersten Schritt werden nun 103 Arbeitsplätze abgebaut. Ein weiterer Abbau von 96 Arbeitsplätzen kann in diesem Jahr noch erfolgen.

„Wir sind froh, dass nun das Werk in Essen eine weitere Chance erhält ihre Vielfalt weiter dem Konzern anzubieten. Diese gilt es zu halten und wenn möglich sogar auszubauen. Weiter in die Zukunft geschaut hoffen wir, das Werk Essen wird auch an neuen Produktionsentwicklungen beteiligt, so Hartjes.

„Wir haben durch unsere Beharrlichkeit und unsere gute Argumentation, den Erhalt von fast 200 tariflich geschützten und sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen für Essen erreicht“, so Schlüter.

Aktuell geht es aber darum uns um die vom Personalabbau betroffen Beschäftigten zu kümmern. Ihnen wird die Möglichkeit angeboten in eine Transfergesellschaft zu wechseln, die Weiterbildung organisiert und bei der Jobsuchenden unterstützen soll.

Bereits in der nächsten Woche gibt es für die ersten 103 betroffenen Beschäftigten dazu entsprechende Infoveranstaltungen.