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Einsatz für den Erhalt des Arbeitsplatzes

Beschäftigte und IG Metall Essen demonstrieren vor thyssenkrupp Hauptversammlung

02.02.2020 I Essen, 31.1.2020: Vor der heutigen Hauptversammlung der thyssenkrupp AG im Ruhrcongress Bochum, demonstrierten Beschäftigte verschiedener thyssenkrupp Betriebe, darunter auch die thyssenkrupp Business Services und der thyssenkrupp Elevator.

Um die derzeit schwierig Lage des Konzerns zu verbessern strebt der Vorstand und der Aufsichtsrat nun entweder einen Börsengang oder einen (Teil-) Verkauf der gesamten Elevatorsparte an. Weder einen Verkauf noch einen Börsengang hat es bislang in dieser Größenordnung in der thyssenkrupp-Welt gegeben. Mit einer Abspaltung von Elevator trennt sich thyssenkrupp nicht nur von seiner profitabelsten Sparte, sondern auch von rund einem Drittel aller Beschäftigten weltweit. Wir nehmen den Vorstand beim Wort, der in den vergangenen Tagen den Medien und den Beschäftigten gegenüber geäußert hat: „Am Ende werden wir uns für die Option entscheiden, die für den Konzern, seine Aktionäre, Kunden und Mitarbeiter, sowie für das Aufzugsgeschäft das Beste ist.“

Die Betriebsräte Arbeitsgemeinschaft von thyssenkrupp Elevator zusammen mit der IG Metall, sind der Überzeugung, dass der Konzern bessere Zukunftschancen hat, wenn auch zukünftig die Mehrheit von Elevator im Konzern verbleibt. Ein mehrheitlicher oder kompletter Verkauf generiert nur einen finanziellen Einmaleffekt. Danach können die permanent guten Ergebnisse der Aufzugssparte nicht mehr zu Bilanzverbesserungen der thyssenkrupp AG beitragen. Die gelebte Konsens- und Beteiligungs-Kultur in diesem Konzern wissen wir sehr wohl zu schätzen. Aus den genannten Gründen wollen wir auch weiterhin ein signifikanter Teil der thyssenkrupp AG bleiben. Sollte es dennoch zu einer Veräußerung kommen, so wollen wir daran erinnern, dass alle Entscheidungsträger auch für die Zukunft aller Beschäftigten bei Elevator in einer Post-thyssenkrupp-Zeit eine große Verantwortung tragen. Gemäß den bestehenden Vereinbarungen, muss der potentielle Erwerber mit der IG Metall eine Fair- / Best-Owner-Vereinbarung abschließen. Diese wird von ihrer Reichweite weit über Deutschland und Europa hinaus gehen und alle der rund 53.000 Beschäftigten erfassen. Ohne eine Fair / Best-Owner-Vereinbarung wird es keine Veräußerung der Elevatorsparte geben. Bei den anstehenden Entscheidungen muss dieses berücksichtigt werden. Dazu stehen die Beschäftigten und dafür werden sie sich jederzeit stark machen. Unabhängig davon, ob die Lösung den Namen eines Wettbewerbers trägt oder im Bereich von Private Equity zu finden ist, hat jede einzelne Mitarbeiterin und jeder einzelne Mitarbeiter eine klare und langfristige Perspektive verdient.

Auch die Beschäftigten der thyssenkrupp Business Services machen sich Sorgen um ihre Arbeitsplätze. Der Betrieb mit Sitz in der ehemaligen Krupp-Hauptverwaltung an der Altendorfer Straße in Essen, schrumpfte im Laufe der Jahre von rund 1.600 Beschäftigten auf heute gerade mal noch rund 920 Beschäftigte. Ohne ein klares Bekenntnis zur Zukunft der von dieser Gesellschaft erbrachten Shared Services ist Angst der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die oft schon Jahrzehnte dem Konzern angehören mehr als berechtigt. Noch immer ist unklar, wie sich der Konzern neu aufstellen wird. Daher fordern die Beschäftigten und der Betriebsrat die Sicherung der Arbeitsplätze auch für die Zukunft. Ein möglicherweise notwendiger Personalabbau muss ohne betriebsbedingten Kündigungen umgesetzt werden können. Organisatorische Änderungen dürfen nicht zu einer Tarifflucht führen.

Auch in den nächsten Wochen und Monaten wird die IG Metall immer wieder zusammen mit den Betriebsräten unseren Forderungen Nachdruck verleihen.

Bericht und Fotos: Kai Lamparter, IG Metall MEO