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IG Metall trifft Maßnahmen wegen des Corona-Virus

IG Metall sagt Veranstaltungen größer 100 Teilnehmer anlässlich einer möglichen Infektionsgefahr durch das Corona-Virus ab

10.03.2020 I Die IG Metall sagt Veranstaltungen mit über 100 Teilnehmern sowie Veranstaltungen mit Reisetätigkeiten weitgehend ab, um die Mitglieder und die Beschäftigten vor einer Infektion zu schützen. So hat die IG Metall die bundesweite Handwerkskonferenz am kommenden Wochenende abgesagt, bei der Betriebsräte aus Handwerksbetrieben aus Mülheim, Essen und Oberhausen beteiligt sind, erklärt Jörg Schlüter, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Mülheim, Essen und Oberhausen.

Anstehende Wahlversammlungen, welche im Rahmen der Organisationswahlen terminiert sind, sowie die Sitzung der Tarifkommission der Metall-Elektroindustrie am Freitag finden unter verstärkten Hygienemaßnahmen statt. Auch die Seminararbeit in den Bildungszentren der IG Metall läuft unter Einhaltung von erweiterten Hygienehinweisen zurzeit weiter, um die Arbeitsfähigkeit der Gremien zu gewährleisten, erklärt Schlüter weiter. Allerdings, so Schlüter, werden alle geplanten Veranstaltungen täglich erneut auf eine sichere Durchführung geprüft. Unter Beachtung der Hinweise des Gesundheitsministeriums und der örtlichen Behörden erfolgt eine regelmäßige Abwägung, welche Veranstaltungen stattfinden. Der Gesundheitsschutz der Mitglieder steht dabei an oberster Stelle.

Viele Betriebe melden der IG Metall gerade weitergehende Einschränkungen. Viele möchten nicht öffentlich genannt werden, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und Panik zu vermeiden. Die Absagen von Betriebsversammlungen und Verschiebung auf einen späteren Zeitpunkt gehört zu den Meldungen, die wir jetzt täglich erhalten, erklärt Schlüter.

Ein Betriebsrat eines großen Produktionsbetriebs teilt mit, dass intern eine neue Anweisung erlassen wurde. Der Betrieb setzt verstärkt auf Hygiene-Maßnahmen und prüft jedwede innerdeutschen Dienstreisen, ob sie durch Webkonferenzen ersetzt werden können. Eine Betriebsversammlung und ebenso eine bundesweite Serviceveranstaltung wurden abgesagt. Monteure, die nach China reisen müssen, unterliegen vorher und nachher einer Quarantäne, welche auch strikt eingehalten wird.

Auch ein großer Elektronikbetrieb hat eine neue Reisevorschrift erlassen und versucht gerade, weitgehend Dienstreisen durch Webkonferenzen zu ersetzen.

Der Betriebsrat einer großen Kfz-Werkstatt berichtet, dass eine neue Hygienevorschrift den Umgang miteinander und mit Kunden regelt und erhebliche Einschränkungen bei Dienstreisen und Messebesuchen erlassen wurden. Eine besondere Vorsichtsmaßnahme wurde getroffen, weil einige Berufsschüler eine Skifreizeit in Italien besucht haben. Bisher konnte mit diesen Vorschriften der Betrieb aufrechterhalten und die Gesundheit der Belegschaft gesichert werden, erklärt der Betriebsratsvorsitzende.

Ein Produktionsbetrieb in Mülheim meldet Lieferengpässe, weil Materialen von Fernost nicht mehr ankommen. Aktuell sind der IG Metall noch keine Anträge auf Kurzarbeit bekannt. Sie begrüßt jedoch die Aktivitäten der Bundesregierung, um den betroffenen Betrieben den vereinfachten Zugang zu ermöglichen. Die IG Metall wird Betriebsräte beim Abschluss von Betriebsvereinbarungen zur Kurzarbeit unterstützen. Die Sicherung der Arbeitsplätze hat für die IG Metall absoluten Vorrang, so Schlüter.