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Warnstreik der Metaller unter Corona-Bedingungen

Bezirksleiter Giesler erklärte vor hupenden Autos die Forderungen für die Metall- und Elektroindustrie

05.03.2021 I Gelsenkirchen: In der Metall- und Elektroindustrie wurden die Weichen auf Arbeitskampf ungestellt und die Metaller protestierten am 4. März mit mehr als 300 Autos auf dem Parkplatz des Amphitheaters in Gelsenkirchen. Aufgerufen zum dreistündigen Warnstreik hatten die IG Metall Mülheim, Essen, Oberhausen und Gelsenkirchen. Hauptredner war Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall NRW und Verhandlungsführer für die Metall- und Elektroindustrie.
Die IG Metall Bevollmächtigten aus MEO, Schlüter (Bildmitte) und Gelsenkirchen, Goller (rechts) begrüßten die Teilnehmer und erklärten noch einmal die Forderung. 4 % mehr Einkommen fordert die IG Metall für die Metall- und Elektroindustrie. Schlüter betonte vor einem Hupkonzert, dass die Forderung mehr als gerechtfertigt sei, denn die letzte tabellenwirksame Entgelterhöhung mit 4,3 % liegt drei Jahre zurück.
von links: Bezirksleiter Knut Giesler, Bevollmächtigter MEO, Jörg Schlüter, Bevollmächtigter Gelsenkirchen, Ralf Goller

Cosima Steltner, aktive Metallerin, erklärte die Forderung für die Auszubildenden nach einer gesicherten Übernahme für dual Studierende. Steltner berichtete aus eigener Erfahrung, dass gerade im dualen Studium die Anforderungen besonders hoch seien. Solche Leistungsanforderungen erfordern eine gesicherte Zukunft im Betrieb.
Donnerstag, 4.3.2021, Streikende Metaller bei der Einfahrt zum Amphitheater

Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall NRW, sprach zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Gelsenkirchen, Mülheim, Essen und Oberhausen: „Gerade hier im Ruhrgebiet hat die IG Metall Erfahrung mit Wandel. Aber nicht nur hier wissen wir: Die Zukunft liegt nicht im Kahlschlag. Abschaffen kann jeder. Fairwandeln, neu erschaffen - das ist die bessere Lösung und die höhere Kunst. Darum wollen wir in dieser Tarifrunde einen Rahmen für betriebliche Zukunftsvereinbarungen, um die Transformation fair zu gestalten. Wir wollen verlässliche Beschäftigungs- und Produktionsperspektiven regeln, Standorte sichern, Aus- und Weiterbildung gestalten und betriebsbedingte Kündigungen ausschließen. Hier dürfen sich die Arbeitgeber einem verbindlichen tarifvertraglichen Rahmen nicht verweigern.“
Reden vor hupenden Autos

Ein Hupkonzert statt Trillerpfeifen ist neu, weil die Corona-Maßnahmen viel Abstand erfordern. Doch die Botschaften kamen bei den Beteiligten gut an, denn über spezielle Radiofrequenz konnten alle Teilnehmer den Rednern und Video-Botschaften folgen. Das Regenwetter konnte den Streikerfolg nicht trüben. Fotos: Thomas Range Bericht: Alfons Rüther weitere Infos: www.igmetall-nrw.de