Inhalt

Zukunft für über 2.700 Beschäftigte ungewiss

Vallourec Werke in Mülheim und Düsseldorf stehen zum Verkauf: IG Metall und Betriebsräte: „Wir kämpfen für unsere Zukunft“

23.11.2021 I Die Zukunft der beiden deutschen Vallourec Werke ist ungewiss. Letzte Woche hat der französische Verwaltungsrat bekannt gegeben, dass die Standorte in Düsseldorf-Rath und Mülheim verkauft werden sollen. Findet sich innerhalb der kommenden sechs Monate kein geeigneter Käufer, so wolle man beide Werke schließen. IG Metall und Betriebsräte wehren sich dagegen.
IG Metall und Betriebsräte wehren sich dagegen. Am Montag, 22. November 2021, gab es deshalb einen Aktionstag am Gelände des Rather Werkes unter Beteiligung von knapp 2.300 Beschäftigten. Die Ankündigung kam für IG Metall und Betriebsräte überraschend. „Als deutscher Aufsichtsrat sind wir immer noch nicht offiziell über die Verkaufspläne unterrichtet. Die Arbeitnehmerbank hat deshalb für diese Woche erst einmal eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung eingefordert“, erklärt Holger Lorek, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Vallourec Deutschland GmbH.
Mülheimer Beschäftigte am 22.11.2021 auf dem Weg nach Düsseldorf

Die Beschäftigten aus Mülheim und Düsseldorf zogen heute in einem Demo Zug durch Rath und skandierten lautstark für den Erhalt ihrer Werke vor der Düsseldorfer Hauptverwaltung. „Die Leute sind enttäuscht und wütend“, erzählt Nicole Schermann, stellvertretende Betriebsratsvorsitzende in Düsseldorf-Rath. „Wir haben bisher jedes Kosteneinsparungsprogramm des Managements mitgemacht und werden jetzt so vor den Kopf gestoßen – wir werden weiter laut sein und für unsere Werke kämpfen“, so Schermann weiter. „Die Verluste, die die Konzernleitung uns ankreidet, sind uns zugeschoben worden: Aufträge wurden aus deutschen Standorten nach Brasilien abgeschoben, teures Vormaterial uns in Rechnung gestellt und obendrauf wurden wir mit sogenannten konzerninternen Verrechnungspreisen belastet – da ist es kein Wunder, dass sich rote Zahlen anhäufen“, sagt der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Vilson Gegic. „Die Arbeit an beiden Standorten kann wieder profitabel sein, wenn man das richtige Zukunftskonzept hat. Unser Management hat es jedoch bisher nicht geschafft, den richtigen Weg einzuschlagen, deshalb zeigen wir ihn jetzt gemeinsam mit unseren Beratern Q & A Banner Küster auf“, so Gegic.
Großdemonstation der Vallourec-Beschäftigten

Zudem fordert die IG Metall das deutsche Management jetzt zu Zukunftstarifvertragsverhandlungen auf. „Wir werden die Verkaufsverhandlungen jetzt eng begleiten und alles daran setzen die Industriearbeitsplätze an den Standorten zu erhalten“, sagt Dirk Horstkamp, IG Metall Mülheim, Essen und Oberhausen.

Wie es genau weitergeht, dazu hat sich der CEO der Vallourec SA Edouard Guinotte, in seiner Ansprache zu den Beschäftigten nicht klar geäußert. „Ob die Werksschließungen bei gescheiterten Verkaufsverhandlungen alternativlos sind, sowie der CEO das bekannt gegeben hat, ist für uns noch gar nicht gesagt. IG Metall und Betriebsräte glauben an unsere Zukunft und kämpfen bis zum Schluss für jeden Arbeitsplatz“, sagt Horstkamp. Fotos: Dirk Horstkamp